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Die Wahrnehmung des jeweils Anderen.

Das Chinabild der Deutschen zeigt eine starke Wellenbewegung. Durch die begeisterten Berichte des Marco Polo aus dem 13. Jahrhundert und die soliden Mitteilungen der katholischen Missionare war eine geradezu euphorische Stimmung in Europa entstanden. Koenige und Fuersten richteten sich chinesische Zimmer in ihren Schloessern und Teehaeuser in ihren Parks ein. Nach dem Ritenstreit verkam das positive Bild jedoch und wurde durch die Berichte von Seefahrern und Abenteurern bestimmt. Nach dem Boxeraufstand war alles kaputt, nur die Intellektuellen traeumten nach dem ersten Weltkrieg noch von einer Erneuerung Europas durch chinesische traditionelle Werte. Nach dem Koreakrieg und der Kulturrevolution war alles bis zur Öffnung durch Deng Xiaoping negativ besetzt. Trotz der Ereignisse von 1989 ist unsere heutige Sicht auf China abwaegend positiv.

 
Die Chinesen hatten es mit uns viel schwerer. Die deutschen Kolonialherren kamen wegen der Gruendung der Brauerei in Tsingtao noch einigermassen gut weg. Die Chinesen litten unter den Europaeern jedoch in unvorstellbarem Masse. Sie versuchten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts moeglichst viel ueber die Fremden zu lernen, um sich zu wehren. Sie kennen uns daher gut, aber, ob sie uns besser verstanden haben als wir sie, das ist die Frage. Zu gross sind die kulturellen Unterschiede.

 
Lassen Sie sich auf solche Fragen ein. Wir diskutieren in unseren Seminaren sehr ausfuehrlich ueber diese Themen, um Kulturkompetenz als Voraussetzung fuer sinnvolle Kommunikation zu gewinnen.